3. Servicebetrieb
Der Servicebetrieb gliedert sich in die Hauptphasen „Setup“ und „Regelbetrieb“:

3.1 Setup-Phase
Um die Intershop Commerce Plattform für den Go-Live vorzubereiten, richtet Intershop die notwendigen Systemumgebungen ein, wie in Abschnitt 1.1. beschrieben. In diesem Zusammenhang werden die folgenden Leistungen erbracht:
3.1.1 Allgemein
Während der Setup-Phase koordiniert ein Service Manager von Intershop die operativen Aktivitäten (siehe unten) vor dem Go-Live.
3.1.2 Definition und Einstellung von
- CI/CD Prozessen
- Benutzern und Gruppen für den Zugriff auf die DevOps-Umgebungen und Business-Management-Tools
- Regeln für die Nutzung und Invalidierung des Seiten-Caches
- Sicherungs- und Wiederherstellungsprozessen
- Überwachungsprozessen
- Reporting-Prozessen
- Notfallprozessen
3.1.3 Installation und Konfiguration von
- CI/CD Services
- Installation und Konfiguration der Applikationsumgebungen
- Intershop Applikationsumgebungen
- Benutzer- und Zugangsverwaltung
- Einrichtung von Überwachung und Reporting
3.1.4 Rollout und Go-Live
- Unterstützung beim Go-Live-Betrieb, um die Commerce-Lösung für die Endkunden zugänglich zu machen (gemäß der Go-Live-Checkliste)
- Erhöhte Aufmerksamkeit in den Tagen vor und nach dem Go-Live
3.1.5 Migration einer bestehenden E-Commerce-Lösung
Die Migration einer bestehenden E-Commerce-Lösung (Daten und/oder kundenspezifischer Code) ist nicht in den Ersteinrichtungsleistungen enthalten. Erforderliche Infrastruktur- oder Migrationsunterstützung muss separat beauftragt werden.
3.2 Regelbetrieb
3.2.1 Fehlerkategorien
Die nachstehend aufgeführten Fehlerdefinitionen, Reaktionszeiten und Behebungsfristen gelten für alle Fehler, die in einer PRODUKTIONSUMGEBUNG auftreten können. Fehler der Kategorie A gelten nur für die PRODUKTIONSUMGEBUNG.
- Kategorie A: Die Plattform weist Fehler in Kernfunktionen auf, liefert falsche Ergebnisse und unterbricht die PRODUKTIONS-Umgebung. Infolgedessen ist die PRODUKTIONS-Umgebung entweder für die Endnutzer unzugänglich oder die Endnutzer können keine Bestellung aufgeben.
- Kategorie B: Dies bezieht sich auf einen schwerwiegenden Fehler, der auf lokaler Ebene auftritt und nur ein einziges Modul oder eine einzige Funktion betrifft. Die Anwendung funktioniert nicht wie in der Spezifikation oder Dokumentation vereinbart, ist aber weiterhin verfügbar. Die allgemeine Arbeit an der Anwendung ist nicht beeinträchtigt, und die Endbenutzer können weiterhin Bestellungen in der Umgebung aufgeben.
- Kategorie C: Jeder Mangel, der nicht unter A oder B definiert ist; dazu gehören alle Themen, die nicht dringend sind und weiterer Klärung bedürfen, z.B. Änderungsvorschläge oder Verbesserungswünsche.
Alle Fehler, die sich auf die UAT- und INT-Umgebungen beziehen (auch bekannt als NON-PRODUCTION), werden mit geringerer Priorität behandelt.
3.2.2 Geschäftszeiten
Reguläre Geschäftszeiten sind im Allgemeinen:
Montag bis Freitag von 09:00 bis 17:00 Uhr, Ausnahmen werden auf der Intershop Support Website veröffentlicht.
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Info
Premium Support, inklusive 24/7 Notfall-Hotline, kann als zusätzliche Option gebucht werden, siehe 4. Service Levels.
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3.2.3 Support
Der Intershop Customer Support nimmt technische Probleme und Benutzeranfragen nur während der Geschäftszeiten entgegen. Diese werden vom Intershop Service Desk nach ihrer Wichtigkeit priorisiert und dann zur Bearbeitung veranlasst.
Der Notfall-Bereitschaftsdienst für die Entgegennahme und Bearbeitung von Störungen der Kategorie A steht rund um die Uhr zur Verfügung (sofern Premium-Support gebucht wurde).
3.2.4 Antwortzeiten
Die Antwortzeit definiert die maximale Zeitspanne, in der der Kunde eine Bestätigung über den Fortschritt der Schadenbearbeitung erhält.
Intershop gewährleistet im Falle von Störungen folgende Reaktionszeiten:
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Kategorie
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Standard Antwortzeit (innerhalb der Geschäftszeiten)
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Premium Antwortzeiten (24/7) |
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A
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60 Minuten*
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30 Minuten
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Note
Premium-Support-Kunden müssen einen Alarm der Kategorie A über die Notfall-Hotline-Nummer senden.
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B
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4 Stunden*
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2 Stunden*
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C
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1 Tag*
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1 Tag*
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*während der Geschäftszeiten
Premium-Support-Kunden stellt Intershop auf Anfrage einen Störungsbericht nach Behebung der Störung zur Verfügung.
Die Mitarbeiter des Service Desks klassifizieren und erfassen alle Anfragen im Intershop-Ticketsystem.
3.2.5 Systemverfügbarkeit
Intershop gewährleistet eine Verfügbarkeit der PRODUCTION-Umgebung von mindestens 99,6% pro Quartal (gemessen an der Schnittstelle zwischen Netzwerk-Rechenzentrum und Internet Service Provider). Unser Premium-Support erhöht die Verfügbarkeit auf 99,9%.
Hiervon ausgenommen sind:
- Ereignisse, die nicht der Kontrolle von Intershop unterliegen (z.B. höhere Gewalt)
- Unterbrechungen und Störungen, die durch das Verhalten des Kunden oder seiner Subunternehmer zurückzuführen sind, wie zum Bespiel Fehlbedienung der Plattform (z.B. Löschung des Seitencaches zu Spitzenzeiten), Import ungültiger Daten oder Einsatz von inperformanten oder fehlerhaften Anpassungen, die zu einem übermäßigen Ressourcenverbrauch führen
- Geplante Ausfallzeiten/Wartungsfenster oder Last-/Stress-/Penetrations-/Schwachstellentest-Fenster
- Kundeninstallationen, die mit einem veralteten Release laufen (siehe Kapitel „Kontinuierliche Releases„
3.2.6 Wartungsarbeiten
Geplante Wartungsarbeiten können notwendig sein, um z.B. Betriebssystem-Updates durchzuführen, Sicherheitspatches oder neue Softwareversionen im System zu installieren. Erforderliche Wartungsfenster (Zeitpunkt und Dauer) werden mit dem Kunden nach Möglichkeit im Voraus abgestimmt. Ziel ist es, die Wartungsfenster für nicht sicherheitsrelevante Arbeiten in umsatzschwachen Zeiten mit minimaler Einschränkung der Systemverfügbarkeit zusammenzufassen. Zusätzliche Informationen werden vor Beginn der Arbeiten zur Verfügung gestellt.
Wartungsfenster sind Zeiten, in denen ein IT-System aufgrund geplanter Arbeiten nicht zur Verfügung steht oder eine starke Beeinträchtigung des Regelbetriebs vorliegt.
Wartungsfenster gelten als geplante Ausfallzeiten. Die Gesamtausfallzeit pro Kalendermonat darf 8 Stunden nicht überschreiten. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ein Sicherheits- oder Notfallproblem auftritt, wird Intershop die notwendigen Schritte durchführen und den Kunden kurzfristig informieren.
3.2.6.1 Wöchentliche Wartungszeit
Dauer: bis zu 4 Stunden je nach Tätigkeit, nicht mehr als 8 Stunden pro Monat
Zeitfenster: Nach Absprache mit dem Kunden.
Services:
- Wartungsaktivitäten der Infrastruktur
- Installation von Hotfixes
- Installationen von Drittanbieterkomponenten (Fehlerkorrekturen) (Datenbank-, Anwendungs- und Suchserver) einschließlich Sicherheitsaktualisierungen
- Kleinere Änderungen (Vorlagenfehler, Rechtschreibfehler, usw.)
- Austausch/Erweiterung kleinerer Komponenten
3.2.7 Kapazitätsmanagement
Das Kapazitätsmanagement umfasst Folgendes:
- Laufende Überwachung der Lastparameter und der Systemauslastung (CPU, Festplatten, Netzwerkbandbreite)
- Sizing/Dimensionierung um zu gewährleisten, dass Spitzenlastbewältigt werden kann, auf der Grundlage gemeinsamer Planung
- Sicherstellung, dass Anpassungen performant und ressourcenschonend implementiert werden
3.2.8 Performance Management
Performance Managementumfasst folgendes:
- Laufende Leistungsüberwachung kritischer Leistungsparameter hinsichtlich ihrer Veränderungen (Antwortzeitverhalten etc.)
- Tuning/Optimierung und Konfigurationsänderungen der Intershop-Basisapplikationen, ausgenommen Anpassungen
3.2.9 Sicherheitsmanagement
Sicherheitsmanagement umfasst folgendes:
- Definition, Einrichtung und Wartung von Systemberechtigungen und -zugängen
- Installation sicherheitsrelevanter Software-Updates
- Installation von Standard-Patches und Hotfixes des Betriebssystems und der Drittanbieter-Software
- Installation von Standardpatches und Hotfixes der Intershop-Applikationen in Abstimmung mit dem Implementierungspartner
- Basis-Schutz vor DDoS ( Distributed Denial-of-Service ) über Microsoft Azure
3.2.10 Technische Überwachung
Die technische Überwachung umfasst die kontinuierliche automatische Überwachung der:
- Funktionalen Komponenten der Infrastruktur
- Funktionalen Komponenten der Applikations-Umgebungen
- Kritischen Parameter der Intershop-Applikations-Umgebungen
Die technische Überwachung prüft die Verfügbarkeit von technischen Komponenten und Prozessen, korrigiert aber nicht die Funktionsweise der Applikation in Bezug auf Geschäftsprozesse und Inhalte oder die Integration von Drittanbieterdiensten. Diese liegen in der Verantwortung des Implementierungspartners und Kunden, siehe RACI-Matrix.
3.2.11 Störfallmanagement
Beim Störungsmanagement geht es um die schnelle Behebung von technischen oder systembedingten Störungen, um deren Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb zu minimieren. Es umfasst folgendes:
- Bereitstellung eines Ticketsystems zur Meldung und Verfolgung von Fehlern
- Analyse von technischen Fehlern der Basisapplikation, der Kern-Applikations-Umgebungen und der Infrastruktur (ausgenommen Anpassungen)
- Überprüfung von technischen Fehlerprotokollen
- Wiederherstellung des Betriebs nach Störungen
- Protokollierung von Fehlerzuständen und Systemauslastung
3.2.12 Problem-Management
Beim Problem-Management geht es um die nachhaltige Beseitigung von wiederholtem, technisch reproduzierbarem Fehlverhalten.
Dazu gehört auch die Einbindung von Fehlerkorrekturen in das nächste Release für die betroffene Standard-Intershop-Basisapplikation. Details finden Sie unter Concept - Continuous Releases.
3.2.13 Deployments
Deployments umfassen die Installation von Anpassungen der Intershop-Software.
Erforderliche Deployments werden im Vorfeld mit dem Kunden geplant und abgestimmt (Zeitpunkt und Dauer), möglichst analog zu den Wartungsfenstern. Zusätzliche Informationen werden vor Beginn der Arbeiten bereitgestellt. Der Deploymentprozess bezieht sich auf eine Produktionsumgebung oder eine Nicht-Produktionsumgebung pro Release (Version).
3.2.14 Sicherung und Wiederherstellung
Regelmäßige Backups der Kundenumgebung werden für Shared File Service und die Datenbank durchgeführt.
RPO (Recovery Point Objective, Datenverlust)
- Shared File Service: 24 Stunden
- Die Sicherung des Shared File Service für die Produktionsumgebung findet täglich nachts statt und beeinträchtigt den ordnungsgemäßen Betrieb nicht.
- Das Backup des Shared File Service wird einmal täglich geo-redundant in eine andere Azure-Region (Rechenzentrum) kopiert.
- Datenbank: 5-10 Minuten
- Die produktiven und nicht-produktiven Datenbanken werden als Aktiv-Aktiv-Cluster betrieben.
- Gesamte Plattform: 24 Stunden (abhängig von der Schwere des Ausfalls und der Verfügbarkeit der Azure-Dienste)
RTO (Wiederherstellungszeit-Ziel)
- Prinzipiell sind alle Anwendungsebenen redundant für Live-Produktionscluster ausgelegt, um Ausfallzeiten im Fehlerfall zu vermeiden. Containerbasierte Anwendungen werden von Kubernetes orchestriert und verwenden Auto-Healing-Mechanismen wie den automatisierten Neustart von Pods und die Übertragung von Pods auf alternative Knoten.
- Je nach Ausfall dauert die Wiederherstellung maximal 30 Minuten. Ausgenommen sind Ausfälle, die durch das Deployment fehlerhafter Kunden-/Partner-Releases verursacht werden.
- Gesamte Plattform: 24 Stunden (abhängig vom Schweregrad des Fehlers und der Verfügbarkeit der Azure-Dienste)
3.3 Cloud Hosting
Die notwendigen Cloud-Infrastrukturdienste werden im Rahmen eines Subunternehmervertrages erbracht. Details sind in der AVV (Auftragsverarbeitungsvereinbarung) geregelt. Intershop nutzt zur Erbringung der Leistung Microsoft Azure Services (Microsoft Azure Global Cloud). Der Kunde stimmt hiermit dem Einsatz des Unterauftragnehmers zu. Intershop ist für die gesamte Kommunikation und Zusammenarbeit mit dem Anbieter verantwortlich.