Auch im B2B-E-Commerce-Bereich hat sich ein bequemes, umfassendes und rund um die Uhr verfügbares Einkaufs- und Serviceerlebnis als Maßstab etabliert und althergebrachte Geschäftsmodelle fundamental verändert. Es verwundert daher kaum, dass digitale Kundenportale in den Mittelpunkt einer zunehmend digitalisierten Kundenbeziehung rücken.
Kundenportale sind gerade im B2B- Bereich das Instrument der Wahl, um:
- Vertrieb und Kundendienst fit für die digitale Zukunft zu machen,
- durch digitale Angebote für den Kunden überzeugende Mehrwerte zu schaffen,
- dem Kundenwunsch nach mehr Effizienz und Selbstbestimmung gerecht zu werden.
Wird ein leistungsfähiges und tief integriertes Kundenportal zum Kern digitalisierter Vertriebs- und Serviceprozesse, dürfen B2B-Unternehmen mit positiven Nebeneffekten rechnen, darunter:
1. Sie senken Ihre Kosten.
Die Kommunikation mit Kunden verursacht Kosten. Oft sind Vertrieb und Support damit beschäftigt, wiederkehrende Standardprozesse abzuarbeiten: Bestellungen müssen aufgenommen, Dokumente und Rechnungen nachgesandt und technische Anleitungen oder Produktdatenblätter herausgesucht werden. Angefangen bei der Kundenakquise über den eigentlichen Verkaufsprozess und das Onboarding der Kunden bis hin zur Produktnutzung und dem After-Sales Service: All diese Prozesse verursachen Kosten, binden Personal und sind darüber hinaus fehleranfällig. Mit steigender Produkt- und Servicekomplexität steigen die Kosten weiter an.
Über digitale Self-Service-Tools im Kundenportal haben Kunden die Möglichkeit, benötigte Informationen und Dokumente zum Zeitpunkt ihrer Wahl eigenständig abzurufen. Damit werden Vertriebs- und Servicemitarbeiter entlastet und Fehlerquoten signifikant reduziert. Ein weiterer Pluspunkt: Indem die Kernaufgaben des Vertriebs – wie etwa Angebotsverhandlungen, Auftragsabwicklung, Rechnungsstellung, Stammdatenpflege (z. B. Kunden, Produkte, Preislisten) und Berichterstattung – durch die Funktionen des Kundenportals digital unterstützt und vereinfacht werden, sinken die Kosten pro Kundenkontakt und der Vertrieb kann sich auf das Wesentliche konzentrieren: seine Kunden.
2. Sie steigern Kundenzufriedenheit und -bindung.
Services sind ein zentraler Baustein zur Steigerung der Kundenzufriedenheit. Die Mehrzahl der B2B-Kunden ist in einer digitalen Welt aufgewachsen und erwartet die gleiche Serviceerfahrung und Usability wie im privaten Umfeld. Tagtäglich arbeiten Einkäufer in Portalen, die ihnen maßgeschneiderte Services bieten und damit ihr Leben erleichtern. Bei Amazon kaufen sie privat ein, auf Netflix bekommen sie personalisierte Serienempfehlungen und in Serviceportalen verwalten sie ihre Versicherungen. Diese Erfahrungen und daraus resultierenden Erwartungen bringen B2B- Kunden mit an den Arbeitsplatz. Die Realisierung eines B2C-ähnlichen digitalen Erlebnisses ist für B2B-Unternehmen damit erfolgsentscheid für eine langfristige Kundenbindung.
3. Sie verkaufen mehr.
Ein digitales Kundenportal ist auch deshalb so effizient, weil aktuelle Daten auf passgenaue Angebote treffen – und das zum richtigen Zeitpunkt. Der Kunde verwaltet sich selbst und hält seine Daten aktuell. Zeitgleich können ihm Unternehmen personalisierte Cross- und Upselling-Angebote unterbreiten, die sich positiv auf Umsatz und Kundenbindung auswirken. Dies macht vor allem Sinn, wenn sich das Angebot mit einem konkreten Zusatznutzen für den Kunden verbinden lässt. So lassen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Gerade bei einfachen Zusatzgeschäften wie beispielsweise Versicherungen wird der Vertrieb von Produkten mit geringer Marge entlastet und zusätzlicher Umsatz generiert.
Laut der Forrester-Studie Online and Mobile Are Transforming B2B-Commerce erreichen 54 % der 353 befragten Unternehmen ihre Kunden besser mit einer digitalen Lösung für den Vertrieb von Services. Werden die Services rund um ein Produkt zudem übersichtlich präsentiert:
- werden Kunden 57 % häufiger auf andere passende Produkte und Services aufmerksam,
- steigen die Käufe von Servicepaketen um 50 %,
- steigen wiederkehrende Käufe um 50 %.
4. Sie können neue digitale Angebote entwickeln.
Durch das Internet of Things werden Produkte digital und sammeln Daten. Während Kunden sich auf Basis dieser Daten über ein digitales Portal besser organisieren können, profitieren Unternehmen von einem besseren Kundenverständnis. Denn wer seine Kunden und ihre Anforderungen kennt, kann maßgeschneiderte digitale Angebote entwickeln, die echte Mehrwerte bieten. So gelingt es, sich aktiv und erfolgreich vom Wettbewerb abzugrenzen.
Im Kundenportal lassen sich vielfältige digitale Services mit Wertschöpfungspotenzial platzieren, darunter:
- eine digitale Produktverwaltung: Übersicht der digitalen Produkte mit Statusinformationen über ihr Nutzungsverhalten,
- Produkt-Service-Bundles (z. B. Verknüpfung von Maschinen mit Wartungsverträgen oder automatisierte Nachbestellung durch Kanban-Systeme),
- Product-as-a-Service-Modelle (z. B. taktgenaue Abrechnung bei der Verwendung von Produkten).