Die Bohrmaschine im IoT-Konzept/ 

Die Bohrmaschine im IoT-Konzept/ 

Verbrauch in Echtzeit messen und abrechnen

Produkte werden nicht mehr gekauft, sondern gemietet, geleast oder geteilt. Das ist Trend auch in der herstellenden Industrie. Laut einer Umfrage von Capgemini aus dem Jahr 2018 gehen 72 Prozent der Hersteller davon aus, dass sie künftig nicht mehr nur Produkte, sondern auch Services verkaufen werden.

Die herstellende Industrie hat viel zu tun, wenn sie ihre eigenen Erwartungen in Sachen "smart Products" erfüllen will: 54 Prozent gehen davon aus, dass sie im Jahr 2020 ihr Produktangebot mit Services ergänzen. 18 Prozent gehen sogar davon aus, dass sie Produkte nicht mehr verkaufen, sondern nur noch als Service zur Verfügung stellen. Und hier sind Portfolios denkbar, die die Produktnutzung mit Wartung und Service als Bundle schnüren.

Um das umzusetzen, sind in den Unternehmen abteilungsübergreifende Innovationsprojekte gefragt, bei denen sich die Produktion, die IT und nicht zuletzt der Vertrieb zusammenschließen. Denn letztlich geht es ja nicht nur darum, die Produkte in der Kooperation von Produktion und IT „smart“ zu machen. Es geht auch um innovative Leistungs- und Bezahlformate, sowie die entsprechenden Prozesse. Daher muss auch der Vertrieb mit ins Projekt. Der E-Commerce gibt zum Thema Pay-per-Use und Product-as-a-Service spannende Impulse.

Der Show Case im Detail: Eine Bohrmaschine wird nicht verkauft, sondern nach dem Pay-per-Use-Verfahren abgerechnet. Dabei erfolgt die Abrechnung zeitnah, im Beispiel mit einer Kryptowährung auf Basis von Vorauszahlungen. Der Nutzer zahlt in Kryptowährung einen Betrag auf sein Kryptokonto ein. Erst wenn das Konto gefüllt ist, kann die Bohrmaschine starten. Die Bohrmaschine ist auf drei verschiedenen Auslastungsstufen einstellbar. Sie meldet Auslastung und Drehzahl in Echtzeit an die E-Commerce-Plattform, die diese Zahlen wiederum in die Nutzungsintensität übersetzt und – auch das passiert in Echtzeit – das Kryptokonto belastet. Fertig ist das Product-as-a-Service und Pay-per-use Konzept.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Auf Kundenseite ist keine Investition erforderlich. Der Kunde hat keine Kapitalbindung, er kann nach oben und nach unten skalieren. Der Anbieter wiederum hat einen schnellen Zugang zum Markt. Er muss nicht den ROI für höhere Investitionssummen argumentieren. Anbieter und Nachfragen kommen schneller zusammen, weil für den Kunden kein Investitionsrisiko entsteht. Der Geldfluss ist sichergestellt.

Mehr noch: Der Anbieter weiß jederzeit, wo sich das Gerät befindet, dank der ebenfalls in die Bohrmaschine integrierten Standortinformation- welche sich nicht zuletzt für Predictive-Maintenance-Konzepte nutzen lassen.

Go back